WIE Die Reise zum Wohnprojekt begann
Die Geschichte des Ducktopie e.V. beginnt nicht erst mit seiner Gründungsversammlung zu Silvester 2024, sondern findet ihren Anfang in einem kleinen Funken Hoffnung, der aber genügte damit aus „Zusehen“ „Handeln“ wurde.
zunächst scheint die lage aussichtslos
Die Zukunft von Duckte schien besiegelt, als den Bewohnenden mitgeteilt wurde, dass sich nun eine Immobilien-Firma um die Suche nach Käufern für das Grundstück kümmern würde. Geplant war die Aufteilung des Grundstücks und der Bau zweier separater Ein-Familien-Häuser.
Und 2021 in der Corona Pandemie hat es an Interessenten auch nicht gemangelt, die zu Besichtigungs-Zwecken über das Grundstück geführt wurden.
Und bei jeder Besichtigung stellte sich die Frage, ob nun in ein paar Tagen die Kündigung im Briefkasten sein würde.
Der innere Abschied
Dieses Damokles-Schwert ständig im Blick, begann natürlich die Suche nach geeigneten Alternativen. Die Wohngemeinschaft bestand schon über 15 Jahre und getrennte Wege wollte keiner der Bewohnenden gehen, aber die Suche nach einer bezahlbaren Wohnalternative gestaltete sich überaus schwierig.
Die zuvor sehr regelmäßigen Feiern und kulturellen Events am Standort wurden schlagartig weniger. Auch die regelmäßigen Garten-Tage wurden seltener. Verständlich, wenn man damit rechnet den nächsten Frühling nicht mehr im Garten sein und alles grüner werden sehen zu können.
Der Wind dreht sich...
Die Situation zog sich in die länge und es wurde deutlich, dass die Immobilienfirma sich schwer tat, das noch unbebaute Grundstück inklusive eigenem Vorrecht am Bau der Häuser an Interessenten zu vermitteln.
Und in Anbetracht der Schwierigkeit, die die Bewohnenden von Duckte hatten, selbst eine geeignete Wohnalternative zu finden, begannen Gespräche und Überlegungen darüber, ob man den Standort vielleicht doch nicht aufgeben müsste.
... und Meinungen ändern sich
Der Wohngemeinschaft wurde schon beim Einzug vermittelt, dass der Ort voraussichtlich keine wirklich langfristige Wohnperspektive darstellt und insbesondere nicht für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt.
Dies schien sich jedoch in 2024 – nicht zuletzt durch die ausbleibenden Fortschritte beim Verkauf des Grundstücks durch die Immobilienfirma, zu ändern und es wurde in Gesprächen deutlich , dass ein Kauf des Grundstücks auch gemeinschaftlich, z.B. durch einen Verein möglich sein kann.
Ärmel hochkrempeln und los gehts
Seitdem aus dem klitzekleinen Hoffnungsschimmer eine klare Zuversicht geworden war, wurden diverse Gespräche geführt, nahe Freunde & Bekannte regelmäßig mit zu WG-Sitzungen eingeladen und gemeinsam geplant, wie man am besten vorgeht.
Letztlich sprach nach Prüfung unterschiedlichster Optionen alles für die Gründung eines Vereins und so wurde keine Zeit verloren und angefangen, gemeinsam an der Satzung zu arbeiten.
Im Dezember 2024 war es dann soweit und alle notwendigen Schritte waren eingeleitet und durchgeführt worden, um in einem letzten Treffen vor der eigentlichen Gründung die Satzung gemeinsam zu finalisieren.
gemeinschaftlich solidarisch pragmatisch
Am 31.12.24 kamen in Duckte die derzeitigen drei Bewohner, Freunde, Bekannte und am Projekt Interessierte Personen zusammen und gründeten den Ducktopie e.V.
Und ein bisschen fühlte es sich an, als wenn das Feuerwerk in der Nacht nicht für den Jahres-Wechsel, sondern für uns gezündet wurde.
Der Ducktopie e.V. ist also noch kein halbes Jahr alt und damit noch ein recht junger Verein.
Und entsprechend lag der Fokus der Vereinsarbeit in den ersten Monaten des Jahres zunächst auf dem Aufbau der Vereins-Infrastruktur, sowie der Erledigung der notwendigen Behördengänge. Darüber hinaus ist die Vereinsarbeit für einige Mitglieder des an Silvester gewählten Vorstands eine neue Erfahrung, so dass sich Zuständigkeiten und Rollen über die ersten Monate etablieren und festigen mussten.
Ducktopie e.V.
Ein wichtiger schritt:
Unsere Klausurtagung
Anfang März traf sich der gesamte Vereins-Vorstand inkl. der beiden gewählten Kassenprüfer in Duckte für ein gemeinsames Klausur-Wochenende. Hier wurden nicht nur wichtige Themen besprochen und erarbeitet, sondern der Vorstand hatte auch die Möglichkeit, sich als Gemeinschaft & agierendes Team zu erleben.
Ein wichtiges Ergebnis der Tagung ist das gemeinsam erarbeitete Selbstbild des Ducktopie e.V. Dieses beschreibt sehr gut, wie wir uns als Verein, aber auch unsere Zielsetzung wahrnehmen und verstehen.
Der Ducktopie e.V. möchte einen über Jahre lieb gewonnen Ort ( „Duckte“ ) für die Zukunft
erhalten, mit anderen teilen und somit einen für viele wichtig gewordenen „safer Space“ weiterhin mit
Leben füllen. Dabei wirken das über Jahre erprobte Miteinander und das gemeinsame
Selbstverständnis in alle Prozesse und Begegnungen der Beteiligten hinein.
Die Aktiven des Ducktopie e.V. möchten - weiterhin - der Vereinzelung der Menschen in der
Gesellschaft entgegenwirken und auch, möglichst barriere- & diskriminierungsarm, „gemeinsam
älter werden“….
Das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ ist uns eine Herzensangelegenheit und wir setzen uns für den
Abbau bzw. die Sensibilisierung für sozialer Ungleichheiten ein. Wir bezeichnen diese als
überwindbar und wollen kollektiv daran mitwirken. Wir finden es falsch, dass reiche Menschen sich Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Kontakte besser leisten können als arme Menschen.
In der Ducktopie wird solidarisch gewirtschaftet und niemand aufgrund finanzieller
„Unzulänglichkeiten“ ausgeschlossen. Wohnen, Wasser, gesunde Nahrungsmittel und andere zum
Leben notwendige Ressourcen gehören in öffentliche/kollektive Hand und sind für uns keine Ware!
Wir erkennen die Verschiedenheit aller Menschen und ihr jeweiliges Autonomie-Bedürfnis an und
stellen gegenseitigen Respekt, Authentizität und Optimismus ins Zentrum neuer sowie etablierter
Begegnungen. Wir möchten angstfrei und wertschätzend miteinander umgehen und allen Personen
die Möglichkeit geben, ihre individuellen Stärken einzubringen.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns ein respektvoller Umgang mit den Ressourcen dieses Planeten und
der Erhalt von natürlichen Landschaften ohne Zersiedlung. Auch deshalb ist uns der Erhalt des
direkt an „Duckte“ angrenzende Naturschutzgebiet „am Dickholz“ wichtig. Perspektivisch möchten
wir im Ducktopie e.V. in Kooperation mit Naturschutzorganisationen den Erhalt sicherstellen und ,
naturnahes Lernen ermöglichen.
Angetrieben durch jahrelanges Engagement und Erfahrungen in selbstverwalteten,
emanzipatorischen Kontexten sind unsere Handlungsprinzipien dabei klar: Nicht der Konsum von
Waren oder Dienstleistungen und/oder unbeteiligte Kommentare bringen die Welt nach vorne
sondern DIY, Solidarität, das Einmischen sowie eine klare Kante gegen Intoleranz!
Ein angemessenes Maß an Freizeit sowie persönliche und gemeinsame Hobbys sind für uns neben
der Lohnarbeit wichtige Säulen im Leben von Menschen und wirken als elementarer Bestandteil
einer für uns vertretbaren „Work-Life-Balance“ gesundheitsfördernd. Dabei verstehen wir Kunst
und Kultur als eigenständigen „Verwirklichungsraum“, in welchem Menschen zusammenkommen,
um „ihre Umwelt mitzugestalten“. Wir möchten als Ducktopie e.V. pro-aktiv einen Raum schaffen,
in welchem sich Aktive ungeachtet ihrer „Professionalität“ und unabhängig von ökonomischen
Zwängen selbst auszuprobieren, in Interaktion gehen und letztlich damit selbst empowern können.
UNSERE VISION FÜR DUCKTE
Wir sind kein fertiges Projekt,
sondern eine Einladung zum Mitbauen
voll Gemeinschaft, Musik, Gesprächen am Feuer, kreativen Projekten und Natur, die atmen lässt.
Jetzt stehen wir an einem Punkt, an dem etwas Neues entstehen darf – etwas, das die Seele dieses Ortes bewahrt und gleichzeitig Raum für neue Menschen, Ideen und Lebensformen öffnet.
Unsere Vision ist kein fertiger Bauplan. Sie ist ein Einladung, gemeinsam herauszufinden, wie wir wohnen, leben und gestalten wollen.
Ob Tiny Houses, ein gemeinschaftlich geplantes Wohngebäude, ein Atelier, Proberäume oder ein Ort für Workshops und Begegnungen — all das ist denkbar.
Wir möchten ein Wohn- und Kulturprojekt schaffen, das von der Gemeinschaft getragen wird und in dem jede*r seine Vorstellungen einbringen kann. Ein Ort, an dem Natur, Kreativität und menschliche Nähe Vorrang vor Beton und Einzelinteressen haben.
Die Vielfalt möglicher Konzepte ist eine Stärke des Projekts
Das Grundstück bietet Platz für Menschen, die gestalten wollen – und für Ideen, die wachsen wollen.
Wir befinden uns bewusst in einer offenen Phase. Nicht, weil wir keinen Plan haben – sondern weil wir ihn gemeinsam entwickeln wollen. Dieser Ort soll das widerspiegeln, was die Menschen brauchen, die hier leben und wirken möchten. Die Vielfalt möglicher Konzepte ist kein Problem, sondern unsere Chance: Wir schaffen ein Modell, das sich an realen Bedürfnissen orientiert, nicht an starren Vorgaben.
